Gefühlsausbrüche erlebt man bei Julia Meng eher selten. Gäbe es eine Tischtennisspieler-Kategorie, man würde die 16-Jährige sofort in die Kategorie „Nüchtern, sachlich“ einordnen. Doch als Julia am Sonntagnachmittag in der stickigen Düsseldorfer Leichtathletikhalle ihren 5. Matchball verwandelte, konnte auch sie ihre Emotionen nicht mehr zurückhalten. Gemeinsam mit ihren Vereinskollegen vom RSV Klein-Winternheim bejubelte die Gymnasiastin ihren Turniersieg bei den Andro Kids Open, Deutschlands größtem Jugendturnier. Es ist erst der dritte Titel, den ein RSV-Nachwuchsspieler bei diesem Wettbewerb gewinnt. Für Julia umso besonderer: Im Jahr 2002 geboren, war es ihre allerletzte Chance, in Düsseldorf noch einmal abzusahnen. 2019 darf sie aufgrund der Altersgrenze nicht mehr mitspielen.
Ganz im Gegensatz zu ihrer Vereinskameradin Maya Bangel. Die Elfjährige gehört zu den aufstrebenden Talenten des RSV und zeigte das bei dem dreitägigen Turnier gleich zweimal. Sowohl im Doppel mit einer zugelosten Partnerin als auch im Einzel (Jahrgang 2006) gewann Maya die Trostrunde. Gleich zwei Mädchen auf dem Podest, das gab es in der Andro-Kids-Open Geschichte des RSV noch nie. Fast hätte es auch Jugendspieler Marc Bauer ganz nach oben geschafft. Im Finale der Trostrunde hatte der 16- Jährige allerdings knapp das Nachsehen. Trotzdem eine starke Leistung. Für offene Münder sorgte indes der Auftritt von Maxim Möller. Gerade mal zwei Monate spielt der 12-Jährige Tischtennis; an der Seite von RSV-Eigengewächs Johann Schellenberg (jetzt bei Mainz 05) gelang ihm im Doppel direkt der Einzug ins Achtelfinale. Maxim zeigte dabei bereits Schläge, von denen andere auch nach drei Jahren Training nur träumen können.

Für die 10 Spieler und 4 Betreuer aus Klein-Winternheim war auch die 29. Auflage der Andro Kids Open wieder mal ein echtes Highlight. Nicht nur der sportlichen Erfolge wegen, sondern auch aufgrund der tollen gemeinsamen Momente. Fest steht: Vier Tage in Düsseldorf schweißen zusammen. Wenn dann am Ende noch ein Titel herausspringt, ist das umso mehr ein Grund zur Freude. Auch für Julia Meng, für die Gefühlsausbrüche normalerweise eine kleine Seltenheit sind.